Hierbei handelt sich um eine Infektion der oberflächlichen und tiefen Hautschichten, wobei die Hautanhangsgebilde (Haarschaft, Schweiß- und Talgdrüsen u.a.) mit einbezogen sein können. Zu den verursachenden Keimen gehören u.a. Staphylokokken, Streptokokken, Diplokokken (Pneumokokken u.a.), Bacterium pyocyaneum, Escherichia coli und Bacterium typhi. Die Eintrittspforten sind u.a. Hautverletzungen (Wunden, Insektenstich u.a.), Rhagaden oder Haarfollikel. Die Erreger können aber auch durch eine intakte Haut eindringen. Die Infektion wird gefördert durch eine passagere oder permanente Abwehrschwäche, die u.a. durch Alkoholismus, Drogenabusus, Immunsupression (AIDS, Diabetes mellitus u.a.), chronische Hepatopathien und Leukämien hervorgerufen werden kann. Zu den Pyodermien gehören u.a. das Impetigo und Ekthyma, die Follikulitis bzw. Perifollikulitis, das Furunkel und Karbunkel, der Schweißdrüsenabszess, das Erysipel sowie die Acne pustulata und conglomata.
Für die Lasertherapie kommen nur Pyodermien in Betracht, die in der Ober-, Leder- und Unterhaut bzw. in den oberflächlichen Muskulaturstrukturen ablaufen.

Laserstimulation:
- Die laserinduzierte gesteigerte arterielle Mikrozirkulation fördert die Anreicherung und
paravasale Invasion von Leukozyten und Makrophagen als unmittelbare Abwehrbarriere. - Die laserinduzierte Freisetzung von Lymphokine aus den Lymphozyten stimuliert bei den
Makrophagen die Phagozytose, so dass das Erregerpotential mittels Opsonierung oder
direkter Aufnahme, die Entzündungsmediatoren und die anfallenden Gewebenekrosen
verstärkt eliminiert werden können. - Der direkte Lasereinfluss auf den Arachidonsäurezyklus führt zu einer Hemmung der
Cyclooxygenase, die die Prostaglandin-Synthese gesenkt , wodurch weniger Entzündungs-
mediatoren aktiviert werden können. - Die gesteigerte arterielle Mikrozirkulation verbessert auch die nutritive zelluläre Versorgung
mit energiereichen Substraten und Sauerstoff, wodurch die deutlich zelluläre Abwehr erhöht
wird. - Die antiphlogistischen Prozesse werden gleichzeitig noch durch eine verstärkte venöse
Mikrozirkulation unterstützt, indem die Abschwemmung des „Leukozytose induzierenden
Faktors“ beschleunigt, der die Proliferation und Mobilisation der Leukozyten aktiviert. - Die laserspezifische Aktivierung der Photobiostimulation führt zu einer Stimulierung der
unspezifischen humoralen Entzündungsabwehr, indem die lokale Immunglobulin-Synthese
gesteigert wird. - Die laserinduzierte Sedierung der Mastzellenirritation mindert die Mastzellendegranulation,
so dass es zu einer verringerten Freisetzung von Entzündungsmediatoren und vasoaktiven
Aminen kommt, die die Entzündungsreize und die interstitielle Ödembildung wirksam
reduzieren. - Die Laserbestrahlung fördert Bildung von freien Oxygenradikalen aus dem oxidativen
Stoffwechsel der Phygozyten, die eine zerstörende Wirkung auf Mikroorganismen haben und
damit die Bakteriostase unterstützen. - Die Abschwemmung der entzündlichen Ödems und die damit verbundene Reduzierung der
Entzündungsmediatoren führen gleichzeig zu einer lokalen Schmerzsedierung.

Behandlungsempfehlungen:
- Die Lasertherapie sollte so früh als möglich eingesetzt werden, um eine entzündliche
Gewebenekrose zu verhindern bzw. zu verringern, was eine evtl. Narbenbildung mindern
kann . - Bei einer bereits bestehenden Gewebeeinschmelzung kann zwar der entzündliche Verlauf
reduziert, aber die nekrotisierenden Prozesse nicht aufgehalten werden. Meist ist dadurch eine
chirurgische Intervention unvermeidbar.
Nach der Entfernung der nekrotischen Substanzen (Eiter u.a.) kann die Lasertherapie zur
beschleunigten Geweberegeneration eingesetzt werden. - Die Flächenbestrahlung ist bei einer großen Entzündungsregion und Punktbestrahlung bei
einer kleinen Region angezeigt. Bei der Punktbestrahlung ist dem Entzündungswall besondere
Beachtung zu schenken. - Nach jeder Behandlung ist auf eine sorgfältige gerätetechnische Infektionsprophylaxe zu
achten. - Der Behandlungsumfang richtet sich nach der Indikation, dem Entzündungsstadium und
nach dem Ausmaß der Entzündungsregion. Die Bestrahlungsdosis muss sich der
Behandlungsfläche anpassen.
– akute Phase: 4 bis 6 J/cm2 möglichst täglich
– regenerative Phase: 2 bis 4 J/cm2 2 bis 3x/ Woche
Der Gesamtumfang der Behandlung liegt zwischen 5 und 15 Bestrahlungen. - Hochinfektiöse dermale Entzündungen (Erysipel u.a.), die sich diffus infiltrativ über die
Lymphspalten ausbreiten, dürfen in der akuten Phase nicht mit der Laserbestrahlung
behandelt werden, da die laserstimulierende Aktivierung des Lymphflusses die forcierte
Ausbreitung begünstigen könnte. - Im Anfangsstadium und bei einfachen Entzündung kann die Lasertherapie als Solitär-
maßnahme eingesetzt werden. Im hochakutem Stadium ist sie immer eine Komplemen-
tärmaßnahme.
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